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Sprechentwicklungsstörung (SES)

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Sprachentwicklungsstörung (SES)

Eine Sprachentwicklungsstörung (SES) ist wie die Sprachentwicklungsverzögerung (SEV) eine zeitliche Verzögerung
der normalen Sprachentwicklung. Darüber hinaus zeigen sich jedoch strukturelle Abweichungen von einer
regelhaften Entwicklung.
Betroffen sein können der phonematische Bereich sowie Wortschatz (Semantik-Lexikon), Grammatik
(Morphologie-Syntax) sowie das Sprachverständnis.

Phonematischer Bereich:

Kinder durchlaufen in ihrer Sprachentwicklung verschiedenste phonologische Prozesse. D. h. sie lernen Regeln, nach
denen Phone (Laute) eingesetzt und verwendet werden. Diese Prozesse sind physiologisch und können von den
Kindern bis ca. 4,0 /4,5 durchlaufen werden (z.B. Vorverlagerung von k/g zu t/d, Angleichungen
(=Assimilationen, wie “Babel” statt “Gabel”).

Danach sollten sie abgeschlossen sein. Eine Störung tritt ein, wenn ein Kind mit seiner phonologischen Entwicklung
den genannten Zeitraum stark überschreitet und es mindestens einen phonologischen Prozess zeigt, der  in der
physiologischen  Sprachentwicklung des Deutschen nicht vorkommt (z.B. Ersatz aller Wort- und Silbenanfänge mit
h/ oder /d/, Rückverlagerung von t/d/n/ z.B. zu k/g/ng). Wortschatz (Semantik-Lexikon): Der aktive, also vom Kind
benutzte Wortschatz ist ggf. gering und nicht altersgemäß. Auch der passive Wortschatz kann quantitativ und
qualitativ nicht ausreichend sein. Evtl. ververwendet es nicht alle Wortarten (Nomen, Verben, Adjektive).
Möglicherweise benennt es  Dinge falsch, umschreibt, gestikuliert viel, vermeidet evtl. auch (bestimmte)
Sprechsituationen.

Grammatik (Morphologie-Syntax):

Hier kann eine Störung des Satzbaus (Syntax) und/oder der Bildung von Zeiten  und Fällen (Morphologie) vorliegen.
Eine weitere Bezeichnung ist Dysgrammatismus.

Häufig zu beobachten ist:

  • das Verb wird an das Ende des Satzes gestellt, also z.B. “ich das Brot esse/ essen” statt “ich esse das Brot”.

     Manche Kinder setzen also das flektierte Verb, manche den Infinitiv ans Satzende.

  • Sätze werden unvollständig gebildet ,z.B. “ich Auto fahr” statt “ich fahre Auto” oder “ich will Auto fahren”.



  • Verbformen werden fehlerhaft gebildet bzw. der Infinitiv (Grundform des Verbs) wird benutzt, also z.B.

     “Papa hol Auto” statt “Papa holt das Auto” oder "Papa holen Auto”.

  • Unzureichende oder fehlerhafte Verwendung von Artikeln, Präpositionen, Fürwörtern etc., also z.B.

      “Die Auto steht in die  Garage”,  “ich gehe bei den Kindergarten”, “ Das Auto gehört seine Oma”.


Wann ist eine logopädische Therapie sinnvoll:

  • wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind in einer sprachlichen Entwicklungsstufe verharrt und sich über

     einen längeren Zeitraum keine Veränderung einstellt.

  • wenn  Ihr Kind schon verschieden Hilfen bzw. Förderungen bekommt und  bekommen hat, die aber nicht zu

     einer deutlichen Verbesserung der Sprache geführt haben.

  • wenn Ihr Kind bereits Vermeidungsverhalten zeigt, also z.B. Sprache vermeidet oder durch sein Verhalten

     zeigt, dass er über sein Sprechen und/oder die Reaktionen seiner Umwelt frustriert ist.





 
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