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Myofunktionelle Störung

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Myofunktionelle Störung

Ein Rezept mit dieser Diagnose wird in den meisten Fällen entweder vom Kieferorthopäden oder vom Zahnarzt ausgestellt.

Es handelt sich dabei um eine Störung des Muskelgleichgewichts im Mund- und Gesichtsbereich und damit insb. auch
um eine Störung des Schluckens. Diese äußert sich in einem falschen Schluckmuster - oft vermerkt der Arzt in diesem
Zusammenhang “infantiles" (kindliches) Schlucken -, d. h. die Zunge drückt beim Schlucken fälschlicherweise gegen
oder zwischen die Zähne statt gegen den Gaumen.

Das Problem bei dieser Art zu Schlucken ist, dass wir neben dem Schlucken von Mahlzeiten und Getränken auch
unbewusst Schlucken. Vergegenwärtigt man sich, dass pro Tag bis zu 2000 mal geschluckt wird, die
Schluckbewegung also entsprechend oft fehlgeleitet wird, so kann man erahnen, was dies für Gaumen- und
Oberkieferausformung bedeutet. Abweichendes Schluckmuster führt zu Zahn- und Kieferanomalien sowie zu
Aussprachestörungen wie Lispeln (Sigmatismus interdentalis).

Betroffen sind häufig Kinder, die in den ersten Jahren häufig Infekte hatten und somit über lange Phasen auf
Mundatmung angewiesen waren. Die Zunge ruht in solchem Fall im Mundboden oder zwischen den Zähnen,
was den Mundschluss erschwert wie auch den Zungentonus schwächt. Das Gesagte gilt auch für Kinder mit starken
Allergien. Auch Kinder, die mit weiche  Kost bevorzugen und sogar ggf. festere Nahrungsmittel zurückweisen,
können betroffen sein, da sie gleichsam ihr orofaciales System “unterfordern” und somit muskulär nicht
angemessen aufbauen.


Symptome:

Relativ früh sicht- bzw. hörbare Symptome können nicht überwundenes Daumen-lutschen, Auffälligkeiten beim Kauen und Essen (z.B. starkes Schmatzen), mangelhafter und/oder seltener Mundschluss sowie
Artikulationsstörungen sein. Bei letzteren sind es v. a. die Laute s/ sch/ z = tz/ ch1 (wie bei “ich”), die nicht korrekt
gebildet werden.
Die Artikulation dieser Laute gelingt aufgrund falscher oder fehlender Muskelspannung von Lippen und Zunge im
Wechsel mit Gaumen und Unterkiefer nicht.

Bei Zahnarztbesuchen wird vielleicht ein “offener Biss”  festgestellt. Bei diesem drückt die Zunge immer zwischen die
Schneidezähne.


Wann ist eine logopädische Therapie notwendig:

In den meisten Fällen ist es der Zahnarzt oder Kieferorthopäde, der, weil er Zahnstellungsanomalien festgestellt hat,
Sie überweist.

Sollten Sie selber Symptome beobachten, sprechen Sie Ihren Arzt an, inwieweit eine myofunktionelle Störung
feststellbar ist (Gaumen- und Kieferausformung, Zahnstellung).

Mit Basisübungen zur Verbesserung der orofacialen Tonusverhältnisse kann grundsätzlich, je nach Reife des Kindes,
recht früh begonnen werden (ab 3 - 4 Jahren).

Ziele und Therapiebereiche sind dann:

  • Aktivierung der Nasenatmung.



  • Erlernen der korrekten Zungenruhelage.



  • Training der Wahrnehmung im Mund- und Gesichtsbereich und der gesamten Muskulatur sowie ggf.

    Training des Mundschlusses.

  • Erarbeiten der korrekten Lautbildung.



Mit der eigentlichen myofunktionelle bzw. Schlucktherapie kann normalerweise erst frühestens mit der Schulreife
begonnen werden, weil das Erlernen und Einüben des korrekten Schluckmusters aktiver motivierter Mitarbeit,
kognitiver Reife und Konsequenz bedarf.

 
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